Vom Winde verweht
Mit neuem Namen fand am Wochenende 20./21.06.26 in Werder die sonst als Frühjahrsregatta bezeichnete Veranstaltung statt. Auf drei Kursen auf unterschiedlichen Teilen der umliegenden Gewässer, sollten einerseits die Jüngsten ihre Optiliga austragen, die Jollenkreuzer und Kielboote sich miteinander messen und – dort waren wir dabei – und auf dem Schwielowsee die Ixylons und 420er um die Wette rasen.
Sollten, wenn denn Wind gewesen wäre….
Ob die Optis zu irgendetwas kamen, haben wir nicht mitbekommen, die Jollenkreuzer und Kielboote jedenfalls fuhren raus und irgendwann wieder rein.
Nicht ganz so die Ixys und 420er.
Nach problemloser Anreise, herzlicher Begrüßung vor Ort und der aufgrund schlechter Vorjahreserfahrungen für einige Segler nunmehr verpflichtenden Motorbootschleppaktion durch die Baumgartenbrücke, standen wird zunächst einmal bei ansonsten hochsommerlichsten Temperaturen auf dem See herum und trieben um die Wette.
Zweieinhalb Stunden lang, die zum ausgiebigen Schwitzen, Baden, miteinander unterhalten, Schwitzen, rumalbern, Schwitzen und auf Wind warten verbracht wurden. Ach so: Zwischendurch schwitzten wir auch mal.
Wir waren dieses Mal mit unserer Vereins-Ixylon in zwar gewohnter Besetzung, aber in umgekehrten Rollen angetreten, wollte Wolfgang doch auch mal das Gefühl des Hoch-im-Trapez-Stehens erleben und ich das Steuer in der Hand halten. Ich nehme es vorweg: Mit dem Trapez wurde es dieses Mal nichts, meist musste Wolfgang sogar in Lee bleiben, um irgendwie einen ungefähren Trimm ins Boot zu kriegen, als dann doch etwas Wind aufkam und wenigstens eine kurze Wettfahrt zu Ende gebracht werden konnte.
Bei dem Versuch, unmittelbar danach noch eine zweite Wettfahrt hinzubekommen, starb uns dann leider zwischendurch der Wind fast ganz weg. Auch hoch experimentelle Versuche unsererseits, auf dem Linealkurs zur (eigentlichen) Luvtonne 1, in höchster Verzweiflung den Spi zu ziehen, in der Hoffnung damit an den vor uns ohne Spi nur dümpelnden Ixys vorbeizuziehen, scheiterte. Zwar kam der „Wind“ von hinten, aber es war schlichtweg immer noch zu wenig.
Auf die dritte Wettfahrt verzichtete die Rennleitung, so dass wir dann in den Verein schleppten und uns die Zeit mit Baden, Essen und anderen Aktivitäten vertrieben, bis die organisierte Liveband aufspielte und die Tanzfläche eröffnet wurde. Fußballfans kamen dabei auch nicht zu kurz, lief doch ein Bildschirm mit dem Deutschlandspiel parallel mit, so dass es zwischendurch immer mal wieder zu Jubel, aber auch Entsetzensschreien (wir lagen anfangs hinten), kam.
Um 01:00 Uhr verabschiedete sich die Band und für die meisten kehrte Ruhe ein.
Nachdem die liebe Sonne dann ab gefühlt 5:30 Uhr morgens mit voller Kraft und ohne jegliche Wolke oder Windbewegung auf die Autos und Zelte knallte, war das Frühstück ein willkommener Grund, seinen schon wieder klebenden Körper in die Horizontale zu bringen, wobei der Blick sich immer wieder Sorgenvoll auf die umliegenden Fahnenmasten und Baumwipfel richtete, die aber genau wie die Havel, sich nicht ein Stückchen bewegten und nach Startverschiebung an Land, letztlich dazu führten, dass es für diese Jahr bei nur zwei Wettfahrten für diese Veranstaltung verblieb.
Die Stimmung war trotzdem toll (wann sieht man schon so viele Erwachsene ausgelassen und albern zwischen den Booten herumschwimmen), unsere Segelleistung ausbaufähig und wir werden sicherlich nicht das letzte Mal da gewesen sein, schon allein um unseren inoffiziellen direkten Dauerkonkurrentinnen aus Werder erneut die Stirn zu bieten.
Thomas B.

