59. Preis der Stadt Werder – Vom Sicherungsboot aus betrachtet

Potsdamer Seglerverein

Am 11/12.05 wurde vor Werder der „59. Preis der Stadt Werder“ ausgesegelt. Was mich betrifft ist die Veranstaltung einfach Kult. Wieder einmal hat Werder es geschafft, herzliche und routinierte Ausrichtung mit wechselhaften und teilweise enorm anspruchsvollen Bedingungen zu kombinieren.

Der Grundstein ist ja schon in der Ausschreibung mit 12 zu wertenden Bootsklassen gelegt – vom C-Opti bis zum 20er Rennkreuzer –, segeln nach Kurskarte, mit unkonventionellen Kursen und Tonnenrundungen auch an Steuerbord. Wieder einmal haderte manch Boot mit dem abzusegelnden Kurs und Ergebnisse wurden so von Grund auf durchgerüttelt. Und natürlich nicht zu vergessen, ein tricky Revier mit Insel, engen Passagen, Landabdeckungen, Flachwasserbereichen sowie, um es noch ein bisschen herausfordernder zu gestalten, Fahrgastschifffahrtsdampfern und Freizeitmotorbootkapitänen.

Meinen tiefen Respekt erst einmal gegenüber der Wettfahrtleitung die es (wieder einmal) geschafft hat, alle geplanten Wettfahrten durchzuziehen, die einzelnen Klassen weitgehend berührungsfrei auf die Kurse zu schicken und dabei noch einen wunderbar entspannten Eindruck zu vermitteln. Und dies trotz einem zur Unzeit streikenden Motorboot des Wettfahrtleiters und – auch das typisch – Werder-Wetter!

Der Samstag sah glücklicherweise doch mehr Wind als eigentlich prognostiziert, aus östlichen Richtungen. Ich hatte die nördlich der Insel gelegenen Schenkel zwischen Tonne 1, 2 und gegebenenfalls bis Tonne 3 abzusichern. „Nordsee“ sozusagen, was in der „Südsee“ ablief war nicht einsehbar. Selbst auf diesem abgelegenen Stück war die ganze Bandbreite an Höhen und Tiefen zu beobachten: Straßenbahnfahren auf langen Schenkeln, ohne die Möglichkeit sich freizuwenden; Boote, die auf unterschiedlichem Schlag mit Winkel von 30° zueinander über die Kreuz gingen; Pulks, die Vorwind einfach stehen blieben und zu ankern schienen, und natürlich andere Boote, die auf spiegelglattem Wasser davonfuhren. Jeder, der einmal in Werder gestartet ist, kennt diese Situationen – tricky aber Kult. Zwei Wettfahrten wurden durchgezogen, dann flaute es ab und es begann zu regnen, so dass die Wettfahrtleitung kurzentschlossen 3 Schallsignale gab. Zum Reinfahren gab es wieder etwas Wind, die regnerische Atmosphäre blieb aber. Unglücklich über die Entscheidung sah daher keiner aus – wir Sicherungsboote vor allem, dass eine prognostizierte Unwetterfront nicht durchzog. Somit blieb auch ausreichend Zeit für Speis, Trank und Abendprogramm.

Der Sonntag sah – typisch Werder – strahlenden Sonnenschein und Wind zwischen 12-16 kts. Ein idealer Segeltag. Wind kam nun aus Nord, was es für die Wettfahrtleitung kein bisschen einfacher machte. Aber der Start lag diesmal in meinem Sicherungsbereich und es gab etwas mehr zu schauen. Auch für meinen netten Gast an Bord – mit Fotoapparat und bis hierher kaum Ambitionen, solch ein Wassersportereignis spannend zu finden oder gar mal teilnehmen zu wollen. Ich hoffe, das konnte ich ändern. Die Windrichtung ließ eigentlich nur einen Start mit Wind von Steuerbord zu. Dementsprechend gingen die Klassen möglichst weit am Schiff als Pulk über die Linie. Beeindruckend: die Speedunterschiede, insbesondere der Konstruktionsklassen beim Sprint auf dem ersten Schlag. Die Einhandklassen schenkten sich in der „Nordsee“ nichts. Manchmal gab es Führungswechsel im Wendenrythmus.  Anschließend wurde es bei diesem Wind Werdertypisch tricky. Teilweise kamen die Felder enorm auseinandergezogen aus der „Südsee“ zurück. Etwas zu tun gab es an diesem Tag für die Sicherungsboote auch. Meist konnten die Segler ihr Schiff aber alleine wieder aufstellen und die Kenterungen blieben wohl auch schadensfrei.

Wieder an Land begann der allgemeine Abbau- und Verpackungstrubel und schon ertönte das Signal zur Siegerehrung. Diese begann zunächst mit einer Bootstaufe im Beisein der Bürgermeisterin. Der SVEW hat sich ein neues Schlauchboot angeschafft. Wie immer wurden bei den Kinder- und Jugendklassen alle Teilnehmer aufgerufen und es gab für jeden eine Flasche Obstgetränk. Bei den Erwachsenen wurden Sieger und Zweitplazierte nach vorne gegeben, für die gab es ein Obstgetränk mit Prozenten. 

Uwe 

Ergebnisse hier:

http://www.raceoffice.org/2019_Preis_Werder_SVEW